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Weltgebetstagsfeier mit Liturgie aus Vanatu in der Kirche Guggisberg

Das Weltgebetstagsteam Ursula Liechti, Elisabeth Burri, Elisabeth Beyeler, Esther Pfeuti und Ulrike Lerch führten durch die Weltgebetstagsliturgie von Vanatu. Marjan Suter begleitete auf der Orgel und Sigrist Manfred Bütikofer bediente die Technik. Esther Pfeuti stellte Vanatu vor. Der Name «Vanatu» bedeutet «Land, das aufsteht» und das Motto lautet: «in Gott stehen wir». Vanatu hat ca. 300000 Einwohner, die sich als Ni-Vanatu nennen. Die Ni-Vanatufrauen sagen: «Das Land ist für uns wie eine Mutter für ihr kleines Kind». 113 Sprachen gibt es auf Vanatu. Bislama ist die Amtssprache – ein Mix aus Englisch, Französisch und Dialekten. Es gibt auf den vielen Inseln nur 2 Spitäler. Ein Flugtaxi leistet Notfallhilfe für abgelegene Inseln. Die Fahne von Vanatu ist gelb, rot, schwarz und grün. Gelb ist Symbolfarbe für den Sonnenschein, der durch das Christentum im Land vorhanden ist. Rot steht für das Blut und die Verbundenheit untereinander. Der gelbe Eberzahn steht für den Wohlstand und die Palmzweige für den Frieden.

In Vanatu ist die Frau Eigentum vom Mann. Vergewaltigungen sind nicht selten. Viele Männer trinken das teure Kavagetränk und die Frau daheim hat so zu wenig Geld. Kavagetränke machen müde. Alleinerziehende Frauen werden vom Stamm unterstützt. Auf dem Mamamarkt verkaufen die Frauen ihre Handarbeiten und Nahrungsmittel. Die Kinder gehen 4-6 Jahre zur Schule, wenn das nötige Geld vorhanden ist. Die Schuluniformen sind teuer. Vanatu hat malerische weisse und schwarze Sandstrände. Das Kokosnusfleisch wird getrocknet und als Kopra verkauft. Kopra wird auch für Kosmetikprodukte häufig gebraucht. Die Kokospalme ist der Baum des Lebens. Jamswurzeln (ca.800 Sorten, bis 2 m lange dicke Wurzeln, schmeckt wie Herdäpfel, hauptsächlich in den Tropen) und Taro (Wurzeln, Blätter und Stengel werden gegessen – Heilmittel gegen Prellungen, Zerrungen und Entzündungen) nebst vielen anderen landwirtschaftlichen Gütern werden auf dem Markt angeboten. Je mehr Schweine jemand hat, desto angesehener ist er. Die Abfallentsorgen steckt noch in den Kinderschuhen. Grosse Schiffe, die am Verrosten sind, liegen an den Stränden u.a. Einweggeschirr ist verboten und Plastiksäcke gibt es nicht. Die Ni-Vanatu tragen noch traditionelle Baströcke und wohnen in offenen Holzhütten. Die religiösen Traditionen der Ahnen und der Stammeskultur von Vanatu gibt es neben den Freikirchen auf den Inseln: Momonen (die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage), die Siebenten-Tag-Adventisten und die Pfingstgemeinde. Es gibt auch die protestantische und katholische Kirche. Gottesdienste werden auch durch die Woche gefeiert. Bibeltext des Weltgebetstags ist:

«Jeder, der diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Felsen baute.» Mat.7,24. Hier ein paar Sätze, die zu den nachfolgenden Fragen in der Liturgie gesagt wurden: Jeden Menschen so annehmen wie er ist. Sorgfältig mit der Natur umgehen. Die eigene Intelligenz zum Wohle der anderen einsetzen. Törichte Taten erkennen und dann besser handeln. Mühe geben beim Zuhören. Menschen sollten aus Erfahrungen lernen. Auch nach Katastrophen wieder aufstehen und weitermachen. Gott ist unser Heil und kennt die Welt. Gott ist jeden Augenblick bei uns.

Die Ni-Vanatufrauen haben ein Lied komponiert:

Neue Zeiten, neue Wege, unterwegs mit unserm Gott.

Wir vegessen alle Kämpfe, alten Streit und alten Trott.

Lasst uns auf die Zukunft bauen, Gott ist unser Fundament.

Norden, Süden, Osten, Westen beten laut: in God we stand.

Vanu – a- tu in neuem Glanz und Gemeinschaft, die alle trägt.

Wir sind Gottes bunte Welt, we are Ni-Va-nu-a-tu.  

Am Ausgang bekam jeder Gottesdienstbesucher einen hübsch bemalten Stein mit nach Haus mit dem Abschiedswort «Ale Tata = Mach’s guet». Flavia, Jael und Elin haben die Steine mit E.Pfeuti verziert. So kehrten alle Besucher mit wertvollen Eindrücken und einem Stein nach Hause zurück.

Pfarrer Andreas Schiffmann